Statement Dr. Rüdiger Baunemann, Hauptgeschäftsführer PlasticsEurope Deutschland e. V.

Announcement Date: 9. April 2016

Die kunststofferzeugende Industrie verfolgt die Diskussion zum Wertstoffgesetz gemeinsam mit den Partnern in der Wertschöpfungskette (von der Chemie über die Kunststoffverarbeiter bis zu den Kunststoffverwertern).

Zusammen mit unseren Partnern unterstützen wir dabei das Prinzip der Produktverantwortung sowie den Ansatz, Abfälle als Ressourcen zu verwenden, anstelle sie ohne weitere Nutzung zu beseitigen. Dabei müssen die Abfallqualität, vorhandene und nutzbare Entsorgungsinfrastrukturen sowie Wirtschaftsfähigkeit und Technologieentwicklung über den geeigneten Verwertungsweg entscheiden.

Kunststoffe sind in jeder Hinsicht moderne und vielseitige Werkstoffe. Dies reicht von der Rohstoffbasis (Öl, Gas, Biorohstoffe, CO2), über innovations- und ressourcenschonende Aspekte während der Nutzungsphase bis hin zu unterschiedlichen Verwertungsarten (werkstofflich, rohstofflich, energetisch, Kompostierung/Vergärung).

Welcher Verwertungsweg genutzt werden sollte, hängt dabei von einer am gesamten Lebensweg ausgerichteten Abwägung ökologischer, wirtschaftlicher, sozialer und technischer Aspekte ab. Einseitige Betrachtungen selektiver Komponenten können hinsichtlich der Betrachtung einer Gesamtökobilanz des kompletten Lebenszyklus zu Fehlsteuerungen führen, die unter dem Strich der Umwelt nichts nützen.

Diese Gesamtbetrachtung würden wir uns stärker in einem Wertstoffgesetz (ebenso wie auch bei den aktuellen Diskussionen des EU-Kreislaufwirtschaftspaketes) berücksichtigt wünschen.

Umfassende Kommentierungen von Kunststoffindustrie und Chemischer Industrie zum Wertstoffgesetz liegen vor.