Dr. Rüdiger Baunemann (PlasticsEurope Deutschland e. V.) zum Entwurf Verpackungsgesetz

Announcement Date: 14. September 2016

Die kunststofferzeugende Industrie begrüßt, dass das Bundesumweltministerium nun den Entwurf für ein Verpackungsgesetz vorgelegt hat. Dies ist wichtig, um die Unsicherheiten der vergangenen Monate im Zuge der Diskussionen um ein Wertstoffgesetz zu beenden. Die jetzt anstehenden Verfahren für die Umsetzung des Gesetzesentwurfs sollten möglichst rasch abgeschlossen werden, damit die Ausgestaltung der Produktverantwortung – wie im Kreislaufwirtschaftsgesetz definiert – fortgeführt werden kann. Das qualitativ hochwertige Niveau der Kunststoffabfallverwertung in Deutschland zeigt, dass sich dieses System bewährt hat. Dies belegt nicht zuletzt die Consultic-Studie zur Kunststoffabfallverwertung in Deutschland, nach der 99 Prozent der erfassten Kunststoffabfälle verwertet werden.

Zusammen mit unseren Partnern in der Wertschöpfungskette setzen wir uns dafür ein, dass Kunststoffe auch am Ende ihrer Nutzenphase noch als wertvolle Ressource genutzt werden. Über den richtigen Verwertungsweg entscheiden dabei Zusammensetzung und Qualität des Abfalls, die vorhandenen Entsorgungsstrukturen, moderne Technologieentwicklungen, ökologische Effizienz, Kosteneffizienz und Marktumfeld für Verwertungsprodukte. Diese Faktoren müssen allerdings immer gleichermaßen beachtet werden, damit sich die Verwertungsprodukte im Wettbewerb behaupten können.

Die Kunststoffindustrie engagiert sich zudem bereits länger für herstellergetragene Rücknahmesysteme: Beispiele sind Rewindo für Kunststoff Fensterprofile, RIGK für industrielle Kunststoffverpackungen, ERDE für Landwirtschaftsfolien, VCI für Chemiepaletten etc. Die Ergebnisse der Consultic-Studie zeigen, dass in diesen Bereichen das Recycling besonders gut funktioniert. Diese Systeme sollten auch durch das neue Verpackungsgesetz weiter nutzbar bleiben.